Reisen

Fliegen mit Baby und Kind: Unsere Tipps

2. März 2021 (Zuletzt aktualisiert: 12. Mai 2021)

Bereits mit 9 Monaten hat unsere Tochter die erste Fernreise gemacht, unser Sohn mit 10 Monaten. Welche Erfahrungen wir dabei beim Fliegen mit Baby und (Klein-)Kind gemacht haben und was meine Tipps für euch sind? Wir hatten sehr, sehr lange und anstrengende Stunden, aber auch viele schöne und ruhige Momente. Mit Baby und Kind im Flugzeug muss also nicht zwingend anstrengend sein… die Kommentare anderer Menschen aber schon.

Das Phänomen ungefragter Weisheiten gibt es im Alltag oft. Der Klassiker an der Supermarktkasse: „Ach, Sie füttern aber schon zu? Das Baby sieht so hungrig aus“ – „Nein, ich stille voll, aber nett, dass Sie fragen.“ So ähnlich verhält es sich auch auf Reisen mit einem Baby, jeder kennt einen schlauen Kommentar: wirklich erlebt haben aber wenige von diesen Personen eine ähnliche Situation. 

Wieso also nicht GERADE JETZT verreisen? Ihr habt euch vielleicht auf eine gemeinsame Elternzeit gefreut, das Zuhause kennt man schon (auch dank des Corona-Jahres). Und so möchte man auch mit dem Baby die Welt erkunden. Es muss natürlich nicht immer gleich eine lange Fernreise – wie bei uns zweimal Australien – sein, die Grundgedanken und Tipps bleiben aber dieselben. Und wenn ihr Euch schon mit dem Gedanken tragt, auch mit den Kleinsten zu verreisen, lasst Euch davon nicht abbringen. Dann seid ihr sicher eine aufgeschlossene Familie, nicht zu ängstlich und freudig auf neue Abenteuer. 

Inhaltsverzeichnis

Wieso ich diesen Artikel fast nicht veröffentlicht hätte

Der Artikel in seiner Grundform existierte schon auf meinem alten „Mami Reiseblog“. Ich habe lange gezögert, ihn umzuziehen und zu aktualisieren. Wieso? Wir hatten mit unserem Zweitgeborenen zwei extrem anstrengende Flüge nach Australien! Da musste ich wirklich lange überlegen, ob ich meine Empfehlungen und Tipps für das Fliegen mit Baby und Kind so ohne schlechtes Gewissen weiter geben kann.

Aber wisst ihr was? Ich stehe immer noch hinter den folgenden Aussagen und so wisst ihr wenigstens, dass es auch einfach mal richtig bescheiden laufen kann und man sich dennoch nicht entmutigen lassen sollte! Im Nachhinein kamen bei unseren 12- und 6-stündigen Flügen einfach viele Faktoren zusammen: Erste Zähne, Sohn schon gelaufen (er war mit 10 Monaten einfach sehr früh dran) und ich als Hauptbezugsperson absolut überfordert und gereizt. Wir sind Vorbilder für unsere Kinder und sollten vor allem in so besonderen Momenten wie engem Raum, lange Strecke, nicht jede Emotion zeigen.

Somit, auf ins Abenteuer: Fliegen mit Baby und Kind: Ich verrate euch meine oft und lange erprobten Tipps 🙂

Fliegen mit Baby – meine Tipps für eine entspannte Reise

Die richtige Vorbereitung eines Fluges mit Baby ist das A und O

Seien wir ehrlich: als wir noch ohne Kind verreist sind, sind uns schreiende Kinder im Flugzeug auch (negativ?) aufgefallen – ebenso aber auch schnarchende, nicht gut riechende oder suuuuper erzählfreudige Nachbarn. Aber nun reisen wir als Familie und da gibt es andere Blickwinkel. So ignorieren wir die Blicke der anderen Gäste beim Boarding (wenn ihr schon vor denen einsteigen dürft, da Familien oft Priority-Boarding haben) oder manch komische Aussagen von Unwissenden. Das Flugzeug mit seinem begrenzen Platzangebot birgt Streitpotenzial – aber da könnt ihr drüber stehen. Und wenn das Baby doch mal schier ununterbrochen weint, habe ich noch ein paar kleine Denkanstöße zum Beruhigen unten. 

Vor der Buchung solltet ihr die verschiedenen Optionen für Euren Flug checken, vor allem:

  • Gibt es einen Nachtflug, bei dem das Baby wahrscheinlich leichter schlafen kann?
  • Evtl. einen anderen Abflughafen, der gut für Euch erreichbar ist und bessere Möglichkeiten bietet?
  • Entscheidet ihr euch für die kostengünstige Option, euer Baby mit dem Loop Belt auf den Schoß zu nehmen bzw. ein Körbchen zum Ablegen/Schlafen, also ein „Baby Bassinet“ in der 1. Reihe zu buchen oder möchtet ihr für das Baby einen (sicheren) eigenen Sitzplatz und bringt dafür eine Babyschale mit?
    Wenn das Baby schon größer ist (ca. ab 1 Jahr) könnt ihr euch auch für einen eigenen Sitzplatz und die Verwendung eines Cares-Gurtes entscheiden, Details siehe unten.
  • Falls Ihr nicht automatisch die 1. Reihe bekommt, wählt für euch passende, zusammenliegende Sitzplätze aus.
  • Wie viele Gepäckstücke und Freigepäck sind für euch und das Baby enthalten? Diese Überlegung ist vor allem für Billigflieger wichtig und zieht nach sich, was ihr alles zusätzlich mitnehmt wie einen Buggy, Kindersitz, Reisebett…
Fliegen auf dem Schoß mit Loop-Belt

Tipps vor dem Boarding und an Board mit Baby

Ihr habt an alles gedacht und gut verstaut. Nun leuchten die Anschnallzeichen auf und ihr habt noch kein Fläschchen für den Start vorbereitet? Oder das Baby hat die Windel voll und ihr habt die Wickeltasche noch im Rucksack im Fach über euch? 

Diese Dinge solltet ihr vor dem Boarding erledigen:

  • Alles griffbereit verstauen im Handgepäck, z.B. Fläschchen, Thermoskanne mit heißem Wasser, Ersatzklamotten, Babynahrung, Lätzchen. Und dann, thematisch passend, evtl. nochmal in kleinere Beutel packen (bzw. Cremes etc. wegen der Flüssigkeiten in Zip-Beutel)
  • Nochmal wickeln
  • Baby evtl. einen Schlafanzug anziehen, falls gewünscht
  • Größere Babies und Kleinkinder z.B. durch Laufen auspowern
  • Evtl. Nasentropfen geben (falls erkältet oder Arzt es empfohlen hat)

Am Flug an Eurem Sitz bereit legen: 

  • Für den Druckausgleich beim Start: Fläschchen zubereiten, Kekse auspacken etc. 
  • Wickeltasche -und auflage. Empfehlenswert ist hier „Alles in Einem“ zu haben, z.B. ein Wickelmax* oder eine Tasche von Lässig*. Diese füllt ihr vor dem Flug nochmal auf (inkl. einem Ersatzbody) und legt sie dann vor oder unter (betrifft die 1. Reihe, da bei Start und Landung nichts vor einem liegen darf) Euch – griffbereit.
  • Schnuller an einer Kette, evtl. ein Kuscheltier oder ein Spielzeug (an einer Kette sinnvoll).
  • Wechselklamotten habt ihr separat und gut erreichbar im Handgepäck verstaut.
  • Ebenso die Babynahrung. Je nach Reisezeit kann die erste Nahrung natürlich auch schon direkt am Sitz verstaut werden.

Wenn es auf dem Flug mal nicht so wie gewünscht klappt

Ruhig bleiben und versuchen, aus der Situation rauszukommen. Sagt sich leicht. Aber auch wir haben es schon auf vielen Flügen immer wieder und einmal richtig heftig erlebt. Bei unserer Tochter hat leises Vorsingen und Ablenken geholfen, bei unserem Sohn nur Tragen und Rumlaufen in der Trage (danke an meinen geduldigen Mann!! :)). Am Ende kennt Ihr Euer Kind am Besten und wisst, was beruhigt. Daher hier nur kurz angedeutet, damit ihr Euch im Vorfeld keine zu großen Gedanken macht:

  • Nicht aus der Ruhe bringen lassen, vor allem nicht von anderen Personen, die ihr nicht kennt. Sicher wollen die meisten Personen nur helfen und fühlen sich durch ein schreiendes Kind auch verunsichert, aber in dem Moment zählt eben nur eure eigene Gelassenheit und Ruhe.
  • Als Team mit dem Partner zusammen arbeiten. Klappt zuhause ja auch mal ganz gut, wenn man das schreiende Baby abgibt und es plötzlich ruhig ist.
  • Oder ihr lasst das Kleinkind mal zu den neugierigen Nachbarn über die Lehne schauen: vielleicht finden das alle gut und es trägt zur Besänftigung bei.
  • Schaukeln, Wippen, Bewegen, in die Trage setzen … Während des Fluges kann man ja auch – wenn es nicht gerade ein sehr turbulenter Flug ist – aufstehen und ihr sitzt entweder in der 1. Reihe oder am Gang, dann stört ihr niemanden.
  • Vorsingen, Erzählen, zum Lachen bringen… 

Fliegen mit Kleinkind – vom Sitzplatz über Beschäftigungsmöglichkeiten

Die Wahl des Sitzplatzes für ein größeres Baby / Kleinkind

Wenn ihr mit einem Baby reist, das noch nicht selbst sitzen kann, bleiben euch die oben genannten Optionen für die Buchung.

Ist euer Kind noch unter 2 Jahre alt, habt ihr die Wahl, ob ihr es auf eurem eigenen Schoß reisen lassen möchtet – und das kann aus eigener Erfahrung mit einem knapp 2-jährigem Kind ziemlich unbequem werden. Oder ihr entscheidet euch freiwillig für einen eigenen Sitzplatz. Bis zu einer maximalen Körpergröße von ca. 1m, könnt ihr einen sogenannten Cares-Gurt nutzen. Durch einen zusätzlichen Gurt, den ihr einfach über den Sitz „stülpt“, könnt ihr diesen mithilfe von zwei Schnallen und dem Beckengurt des Flugzeugs verbinden. So reist das Kind viel sicherer als nur mit dem Beckengurt.

Ich fand den Cares-Gurt großartig, wenn wir ihn aufgrund von Corona auch nur zweimal nutzen konnten. Aber für unseren recht zappeligen Sohn hat er wirklich viel gebracht. Viele Privatpersonen oder Unternehmen bieten übrigens auch an, den Gurt auszuleihen, wer ihn nicht gleich kaufen möchte.

Ein Cares-Gurt als echter Tipp für das Fliegen mit Baby und Kind
Fliegen auf dem eigenen Sitzplatz mit einem Cares-Gurt

Nützliche Dinge für einen Flug mit Kleinkind und Kindergartenkind

Eigener Kinderkoffer im Handgepäck

Ich bin ein Fan von den Trunki-Produkten*. Zum 3. Geburtstag hat unsere Maus den Trunki Koffer und das Kissen samt Decke bekommen. Den Koffer kann man zum Bepacken, Selbst-Rutschen oder Nachgezogen-werden nutzen und er ist bei den meisten Airlines als Handgepäck zugelassen. 

Der SnooziHeadz besteht aus einem aufblasbaren Kissen mit Schutzhülle und Fleecedecke, die miteinander verbunden werden können. Alternativ bzw. die kleineren Kinder können auch ein Nackenhörnchen nutzen.

Ein eigener Koffer für Kleinkinder

Sitzerhöhung

Ebenfalls aus dem Hause Trunki*, haben wir den Boostapak gekauft. Das ist eine Sitzerhöhung für Kinder ab ca. 15kg bzw. 3,5 Jahren mit integriertem Rucksack und ebenfalls als Handgepäck zugelassen. Für Taxifahrten super, aber natürlich auch wenn die Kinder größer sind als Ersatz für einen Kindersitz im Mietwagen. Wir haben ihn bereits mehrfach und in einigen Ländern wie z.B. Australien oder Dubai genutzt und wenn man sich vorher die Anleitung durchliest, klappt eine Installation auch recht zügig.

Kopfhörer

Sind immer empfehlenswert, damit man als Eltern die Hörspiele und Kinderlieder nicht zum xx. Mal hören darf, obwohl man es eh schon auswendig kennt. Kann z.B. mit dem Smartphone der Eltern oder einem mp3 Player genutzt werden.

Eigene Kopfhörer geben dem Kind außerdem das Gefühl, älter und eigenständiger zu sein. Wir haben uns für spezielle Kinderkopfhörer entschieden, die eine Lautstärkebegrenzung für Kinder haben.

Kinderkopfhörer sind perfekt für unterwegs

Fußstütze

Ein Flugzeugsitz ist unbequem, für uns Erwachsene aber auch oder vor allem für Kinder, die noch nicht so viel gereist sind. Wenn ihr mit eurem Baby oder Kind reist, habe ich hier ein paar Tipps zu diesem Thema. Prinzipiell unterscheidet man Fußstützen in zwei Formen:

Wir haben uns für die zweite Option entschieden, da wir zum Zeitpunkt der Anschaffung wegen des Baby Bassinets in der 1. Reihe gereist sind. Die Idee dahinter ist sehr gut, die Fußstütze ist leicht und schnell aufzublasen. Dadurch bietet sie dann wirklich mehr Komfort. Mit sehr mobilen bzw. größeren Kindern sollte man bedenken, dass die auch mal leichter zur Seite geschoben werden und nicht „fix verankert“ sind.

Wichtig: Die Verwendung einer Fußstütze ist nicht bei allen Airlines erlaubt und die Vorgaben diesbezüglich können sich laufend ändern. Vorher immer informieren!

Beschäftigungsmöglichkeiten für kleine Kinder im Flugzeug

Fliegen mit Baby und Kind: geht einfacher mit Büchern und Spielen, so meine Erfahrung.
Ideen für Beschäftigungsmöglichkeiten während des Fluges

Das Bild zeigt die Dinge, die ich für unser Kindergartenkind neu gekauft habe und ihr im Adventskalender schenken werde, um sie auf den Flug nach Australien vorzubereiten. Es ist generell immer empfehlenswert, neue Bücher und Spielzeug zu kaufen, um die Neugierde zu wahren.

Hier nur eine Auswahl an Ideen, denn jedes Kind hat andere Vorlieben und man muss ein Kind auch nicht überhäufen: schließlich gibt es auch noch das Inflight-Entertainment, Flugzeug an sich und andere Gegebenheiten, die genug interessieren:

Meine Top 10 Beschäftigungsmöglichkeiten für Kinder an Board*:

  • Neue Bücher, gerne im kleinen Format wie von Pixi. Evtl. passend zum Reiseziel/Jahreszeit?
  • Maltafel in klein – bevorzuge ich zu vielen kleinen Buntstiften, die verloren gehen
  • Kratzbilder
  • Stickerbücher
  • Magnetbausteine
  • TipToi Buch mit Stift (können auch Lieder und Hörspiele drauf geladen werden)
  • 1 Playmobil Fahrzeug oder Flugzeug zum Nachspielen
  • Such-Fühlspiel
  • PlayMais
  • Bandolino

Vielleicht habt ihr auch noch ein paar schöne Ideen? Die könnt ihr mir gerne unten als Kommentar hinterlassen!

Mein Tipp: Nicht zu viel Spielzeug und möglichst keine Kleinteile. Das Lieblingskuscheltier noch einpacken. Und nun viel Spaß beim Ausdrucken und Abhaken meiner Packliste für den Urlaub mit Baby und Kind.


* Dieser Beitrag enthält unbezahlte Werbung! Der Text ist ein redaktioneller Beitrag. Er spiegelt meine persönliche Meinung und Erfahrungen mit den genannten Produkten und Firmen wider. Eine mögliche werbende Wirkung ist unbeabsichtigt, ich habe hierzu keinen finanziellen Ausgleich erhalten.

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